Fes, eine der vier Königsstädten Marokkos.
Von Chefchaouen sind wir über kleine Strassen durch das Rif Gebirge gefahren. Okay, manche der Strassen haben den Namen nicht verdient, aber genau das wollten wir ja so. In den Bergen hat es noch arme Verhältnisse. So müssen die Menschen mit Hilfe von Eseln oder Mulis das Wasser in Kanistern und Flaschen nach Hause bringen. Es gibt immer mal wieder größere Ansammlungen von Häusern bzw. Hütten, wo es auch Lebensnotwendige Dinge zu kaufen gibt. Viele Leute und Kinder winken uns zu oder schauen ganz erstaunt, was denn da vorbei fährt. Das Wetter war an diesem Tag sehr gut und überall konnten wir die Menschen beim Ernten der Oliven sehen. Das ist hier eine besonders harte Arbeit, weil die Bäume teils an sehr steilen hängen stehen.
Als wir dann ca. 12 Km von Fes entfernt sind sehen wir von weitem die riesige Menge an Häusern. Puuh das kann ja was werden. Fes ist die älteste der vier marokkanischen Königsstädte und hat die größte Medina des Landes. Die Gassen ähneln eher einem Labyrinth und so können wir uns als „Tagestouristen“ nicht wirklich orientieren und laufen eher planlos aber begeistert von dem Treiben um uns herum durch die Medina. Hier gibt es im vergleich zu Chefchaouen keine leuchtenden Farben an den Wänden. Im Gegenteil, meist hat es noch nicht mal richtiges Tageslicht. Unser Blick geht oftmals nach oben und wir wundern uns das die Wände mit diesen Konstruktionen überhaupt stehen bleiben.
Ausserdem gibt es Unmengen an, meist jüngeren Männern die ihre Hilfe anbieten und einem alles mögliche zeigen wollen, natürlich gegen Geld. Aber nachdem wir gestern Abend noch mit unserem Reisebekannten Christian gesprochen haben, lehnen wir die Angebote dankend ab. Da die Jungs einen nicht nur zu den Moscheen und anderen Plätzen führen, sondern eher in die kleinen Läden, um Dinge zu erwerben. Was wir auf jeden Fall sehen wollten war das Gerberviertel, das auch hat geklappt. Uns wurde erklärt, dass das Gerberviertel in 2008, also viel mehr da wo gearbeitet wird, alles für neun Monate geschlossen wurde, um die Bottiche und das Wassersystem zu erneuern. Die gesamte Medina wurde schon vor vielen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt, um sie vor dem Verfall zu bewahren. Laut unserem uralt Reiseführer vom ADAC stinkt es in diesem Bereich übelst, und man sollte sich Pfefferminzblätter vor die Nase halten um den Geruch besser zu ertragen. Das fanden wir jetzt gar nicht! Es roch nur ein wenig nach Schaf. Es werden dort Schaf-, Ziegen-, Dromedar- und Kuhhäute gegerbt und gefärbt. Die Häute werden mit Safran, Minze, Mohn, Indigo, Kohle und Walnussblättern gefärbt alles ganz natürlich.
Nach dem wir dann durch die Kooperative geschleust wurden um vielleicht eine Jacke, Tasche, Schuhe oder Sitzkissen zu kaufen konnten wir uns ohne etwas zu erstehen wieder auf die kleinen Gassen raus retten. Insgesamt war es hier deutlich voller, was die Menschenmenge angeht. Wir haben sogar eine Touristengruppe gesehen.
Zum Mittagessen und um mal auf Toilette gehen zu können, sind wir aus der Medina raus gegangen und haben auch ein kleines, sauberes Lokal gefunden. Frisch gestärkt und ohne Druck auf der Blase, sind wir dann noch mal in die Lebensmittelgassen gegangen. Dort haben wir uns mit Linsen, Reis, Rosinen, Rindfleisch und Studentenfutter eingedeckt und ich habe mir ein Stück Kuchen gegönnt. Aus was genau die Biskuitrolle bestand oder besser gesagt aus was die Creme dazwischen war, keine Ahnung, es war extrem süß und sehr guuut. Vor allem hat das Stück fünfzig Euro Cent gekostet. Wahnsinn!
Ach ja, da wir 12 Km ausserhalb auf dem Parkplatz des hiesigen Schwimmbades mit unserem Moggel stehen sind wir sowohl Morgens als auch Nachmittags mit dem Taxi zur Medina gefahren, umgerechnet 3€ pro Fahrt. Am Morgen der Abfahrt wurden wir noch mit frischem Wasser vom Personal des Schwimmbades betankt und das angebotene Trinkgeld strikt abgelehnt!

Hier stehen wir 2 Tage





















Hallo ihr beiden!
Drei super Berichte von euch! Man kann ein Stück in die neue Kultur auf einem für mich fremden Kontinent mit eintauchen und so mit euch ein wenig eure neue Umwelt und Umgebung in Nord-Afrika mit erleben. Wünsche weiter gute Reise und viele Erlebnisse, die ja mit Sicherheit alle noch auf euch zu kommen.
Viele Grüße aus dem “wetterauer Flachland”!
Danke dir mein Freund. Morgen gehen wir noch mal einkaufen, dann sind wir ein paar Tage offline. Wir fahren ins Erg Chebbi, eine der größten Wüsten Marokkos (ein Teil der Sahara). Da könne wir Daumen drücken brauchen. Liebe Grüße