Wir fahren durch den Regenwald.
Wir haben Conakry mit dem Visum für die Elfenbeinküste hinter uns gelassen und sind auf dem Weg nach Süden. Vorher haben wir noch die Vorderreifen in der „Autostrasse“ von rechts nach links und umgekehrt tauschen lassen. Von mehreren Werkstätten wurde uns versichert, eine Maschine dafür gibt es in ganz Guinea nicht und auswuchten schon mal gar nicht. Also wurde das Ganze dann doch wie überall zu unserer aller Leidwesen mit Vorschlaghammer und Brechstange erledigt.




Weiter südlich fallen wir das erste Mal korrupten Polizisten in die Hände. Insgesamt haben wir bei 3 Kontrollen umgerechnet 16,-€ Strafe gezahlt – runtergehandelt. Zweimal wegen nicht angeschnallt sein, wir fahren die letzten 4 Monate unangeschnallt und sind unzählige Male von der Polizei kontrolliert worden. Naja so lange es bei den Preisen bleibt, kommen wir damit klar. Hier im Süden fahren wir durch einige Gebiete mit Regenwald, teilweise recht dicht, manchmal aber auch zum Teil mit Plantagen dazwischen.


Da sind zum einen Palmölpalmen, Kautschuck Bäume, aber auch Felder mit Reis, Gemüse und Bananen dabei. Überall am Strassenrand sieht man Menschen, die die Palmölfrüchte zu Öl verkochen.





Das Landschaftsbild hat sich relativ „plötzlich“ gewandelt. Endlich sind die Bäume mal richtig saftig grün, wieder richtig groß und nicht komplett unter rotem Sandstaub begraben. Auch haben die Menschen in ihren „Vorgärten“ nicht mehr nur gestampften Boden, sondern kleine Büsche oder auch sowas wie Grünfläche. Das sieht nicht nur schön aus, irgendwie hab ich das sogar vermisst. Also das ganze Grün in den verschiedenen Tönen. Die Strasse ist eigentlich asphaltiert, aber besteht zum größten Teil aus Schlaglöchern mit unglaublichen Ausmaßen und das alle paar Meter. Die Nächte sind erfrischender und auch am Tag ist es laut Thermometer nicht mehr so warm, dafür haben wir jetzt eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit, was es nicht unbedingt leichter macht. Uns läuft das Wasser aus allen Poren beim nichts Tun. Gut, dass ich so viele kleine „Gästehandtücher“ mitgenommen habe. Nachdem wir mal einen Tag perfekten Asphalt hatten, habe ich in unserer App eine Strecke gefunden, die sich Route de Cafe nennt und auch noch 30 Km kürzer ist als die N2. Die ersten paar Kilometer war die Piste auch sehr gut zu fahren, doch dann kamen die üblichen Steine, Stufen und teilweise breite Spalten im Boden dazu.













Soviel zum Thema Abkürzung, aber es muss auch gesagt werden, dass die Umgebung absolut traumhaft ist. Es ist bergig, hat einige Flüsse und die Dörfer sind klein mit freundlichen Menschen.



Eine Nacht stehen wir mal wieder an einem Fußballfeld am Rande des Dorfes, dort erleben wir gegen halb acht Abends eine böse Überraschung. Wir werden förmlich von einer Art fliegender Ameisen überrollt. Es sind alle Mückennetze in Gebrauch, also wie kommen die hier rein? Tatsächlich lassen die sich durch die Belüftungslöcher der Dachluke fallen bzw. an den beiden hinteren Fensterrahmen gibt es einen winzigen Spalt zwischen der Wand, auch dort kommen die durch. Nach eineinhalb Stunden „harter Arbeit“ haben wir das Gröbste geschafft. Alles ist mit Tesa oder Panzertape abgeklebt und die meisten der Viecher getötet. Der Teppich sieht schlimm aus, aber auch das Fliegengitter der Dachluke ist voll von Leichen. Die Abende danach sind ohne viel Insekten, da es jeweils für eine Stunde regnet bzw. gewittert. Das hält nicht nur die Insekten fern, das lässt uns auch deutlich besser schlafen.


Wir müssen eine Holzbrücke passieren, die schon vor unserem Befahren nicht gut aussah. Siggi ist vorher ausgestiegen und hat ein paar Ausbesserungsarbeiten unternommen, damit der Moggel unbeschadet drüber fahren kann. Ich hab mir das Ganze von der anderen Seite angeschaut und hatte ein wenig Sorge, dass die Brücke hält. Als Siggi mit den Hinterreifen über den „Bretterhaufen“ fährt, sind fast alle in der Luft und es gibt einen mächtigen Knall als sie wieder runterfallen, doch die beiden haben es geschafft und wir können weiter fahren. Später wurden wir mal gefragt, wie wir über diese Brücke gekommen sind.








Heij, ihr wolltet doch vorsichtig sein, Siggi,Siggi, mutig und riskant, würde ich sagen. Glückwunsch
dass es gut gegangen ist.
Siggi hat die Brücke doch vorher getestet und ausgebessert 😉 Also kein Problem 😉